Wenn einer ein Presse-Event besucht – Pegasus Spiele

Essen steht wirklich vor der Tür und vielen ist gerade nicht danach zu lesen, was denn alles so schönes in den letzten 12 Monaten erschienen ist, sondern eindeutig, was denn alles so demnächst auf den Tisch kommt. Die Verlage verstehen dieses Bedürfnis sehr gut und nehmen mehr und mehr Gebrauch davon die Presse und damit vor allem die Medien, also uns Blogger und Vlogger und auch uns Podcaster einzuladen und schon vor der Messe über ihre Spiele zu berichten.

Die Vorteile sind auch für uns nicht zu verachten. Wir können die wertvolle Messezeit für andere Verlage und Spiele aufwenden, welche hoffen müssen, das die Aufmerksamkeit nicht zu spät kommt. Natürlich könnten wir es nicht stemmen, wenn alle Verlage das machen würden, aber so sind ein paar große Verlage schon mal erledigt. Ich sehe nur Vorteile.

Den Anfang hat letztes Wochenende Pegasus Spiele gemacht. Wir wurden ordentlich mit Essen und Trinken versorgt und uns wurden fast alle Neuheiten der kommenden Spiel vorgestellt. Und dann hieß es Spielen, Spielen, Spielen! Alle Spiele vorzustellen schaffe ich nicht. Daher habe ich mal Beispielhaft 2 kleine und 2 große ausgewählt die ich hier kurz vorstellen möchte. Wer dazu noch Bilder sehen möchte den Verweise ich gerne auf die Berichte der Kollegen von Brettspielbox, Spielfreu(n)de, BoardGameJunkies, brettspiele-reportSpiele AkademieSpielErLeben und die vielen anderen die noch vor Ort waren.

Kleines Spiel #1: Port Royal – Ein Auftrag geht noch…

Ich habe nicht alle Regeln der Erweiterung kennengelernt, aber die Kooperative Variante. Und das war unfassbar. Ich liebe Kooperative Spiele. Vor allem sehr gute ohne sinnlosen Ballast. Und dieses Spiel, das als Grundbox schon klasse ist und alles richtig gemacht hat, wird mit dieser Variante um so vieles besser. Auf einmal nicht zu schauen, was gönne ich den anderen nicht, sondern abzusprechen, was soll man noch machen inklusive den Emotionen am Tisch war Hervorragend.

In der Mitte liegen große Auftragskarten aus. Die Spieler müssen mit dem Erwerb der Karten versuchen jeden mindestens einmal zu erfüllen. Während manche sehr leicht sind, wie das Sammeln von zwei bestimmten Figuren oder das verzichten von Geldeinnahmen, sind andere da schon sehr viel knackiger. Etwa das ein Spieler alle fünf Schiffsfarben einmal bekämpfen muss.

Um das auch richtig zu genießen gibt es einen Teil der Karten als Zeitstapel, von dem jeder Spieler die erste Karte nehmen muss. Dieser Zeitdruck lässt einen deutlich erkennen, wie wichtig jede einzelne Aktion ist, wer welche Karte braucht, wie viel Geld dafür nötig sind, und ob in der Gruppe das Risiko abgewogen werden kann, noch eine Karte zu nehmen. Sehr spannend.

Meine Empfehlung: Unbedingt Zugreifen!

Kleines Spiel #2: Tides of Time

Dieses Spiel ist ja schon eine Weile auf meinem Radar, weil Ignacy von Portal Games ein gut vernetzter Mensch ist, der ordentlich Werbung für seine Spiele macht. Und es ist ja schon seit der Gen Con auf dem Markt. Hierbei handelt es sich um ein Spiel das gleich in mehrere Schubladen passen möchte. Es ist ein Mikrospiel mit gerade mal 18 Karten. Es ist ein Drafting Spiel, wie auch 7 Wonders. Zu allem obendrauf geht es nur zu zweit. Und zumindest die letzten beiden Punkte wirkten so als wäre das nicht möglich.

Beim Spielen fällt dann auf, dass es sehr gut funktioniert. Denn ein Element des Draftings, welches ein guter alter TCG-Spieler kennt, und was bei 7 Wonders gerade bei den hohen Spielerzahlen wegfällt, ist das setzen von Signalen. Wenn ein Spieler deutlich macht, welche Karten er nimmt und welche er bereit ist wegzugeben, dann kann daraus der Mitspieler mitgelesen werden. Hier werden im Laufe des Spiels auch Karten entsorgt, so das darüber auch eine Kommunikationsschnittstelle ist. Was bin ich bereit meinem Gegner zu gönnen. Spiele ich Pro für mich, oder Kontra für den Gegner oder versuche ich beides unter einen Hut zu bringen.

Und zu allem oben drauf ist es dennoch schnell gespielt. Ich habe vor Ort für die Runde rund 5 Minuten gebraucht. Inklusive Punkte zählen. Das schreit nach einer Revanche. Und die wird schnell kommen. Und da die Karten nicht unbedingt ausgelegt werden müssen, sondern auch in einer zweiten Hand gehalten werden könnten, ist das Spiel so Reisetauglich wie es ein Mikrospiel sein sollte.

Meine Empfehlung: Klasse.

Großes Spiel #1: Mombasa

Oh mann was wurde über dieses Spiel schon alles diskutiert. Wegen des Namens, des Covers und was sonst noch so alles die Leute brauchen um über ein Spiel zu reden. Ich kann allerdings sagen, das mir das Spiel sehr gefällt. Wobei es sehr schwer ist es hier in Worte zu fassen was da alles abgeht.

In der Theorie wählen wir einfach nur ein paar Aktionskarten, führen die aus und dann beginnt die nächste Runde. Aber diese Auswahl ist schon ein Schlüsselerlebnis. Denn je nachdem auf welchen meiner 3 bis 5 Stapel ich welche Karte lege, davon abhängig lohnt sich ein Stapel eher wieder auf die hand genommen zu werden. Dieser zentraler Aspekt macht schon Spaß und kann ein paar Spieler hinter sich lassen. Den Nachschub zu kaufen und Aktien zu sammeln und die Gesellschaften auszubreiten sind dabei dann der Grund, warum das Spiel die volle Anzahl an Tatzen auf der Schachtel ausweist.

Meine Empfehlung: Das Eggert-Highlight

Großes Spiel #2: My Village

Auch hier hat Eggert nicht geschlampt. Statt sich einfach wie viele andere Verlage eine Würfelvariante zu überlegen, welche einfacher ist, wurde hier das Grundprinzip genommen und in eine genauso, wenn nicht schon fast anspruchsvolleres Gewand gegossen. Zumindest die Spielfläche ist um ein vielfaches Größer. Fünf verschiedene Kartenfarben aufgeteilt in 16 Stapel sind eine Menge Platz auf dem Tisch. Und diese wachsen an den Spielertableaus noch links und recht an.

Der Würfel hilft dabei auch nicht jede Aktion machen zu können. So werden 2 weiße Würfel pro Spieler plus ein paar schwarze Würfel geworfen. Und dann sucht sich jeder reihum 2 aus, addiert deren Augen und wählt dann eine passende Aktion. 1 Karte kaufen, oder viele aktivieren oder einfach nur einen Helfer bewegen. So wird aus dem Workerwürfel-Drafting von den Aktionsfeldern ein Würfel-Drafting für freie Wahl. Wir haben halt mehr Auswahl, welche Aktion wir machen wollen, aber nicht die Garantie, dass das mit den Zahlen noch möglich ist. Und gestorben wird immer noch. Aber hier läuft der Tod sogar mit.

Ein Element, das dabei besonders schön ist, ist das sammeln der zusätzlichen Siegpunkte. diese werden auf einem Baum gesammelt und der Helfer muss die erst nach Hause tragen. Eine Garantie, das jeder Wurf noch zu etwas zu gebrauchen ist.

Meine Empfehlung: Ein muss für jeden der einen großen Tisch hat, oder gleich einen großen Tisch mitkaufen.

Der Rest

Ein paar Spiele sind nun unter den Radar gewandert. Am meisten Pi mal Pflaumen. Ich habe es nicht geschafft es zu spielen. Immer wenn ich das wollte, war es an einem anderen Tisch. Imperial Settlers habe ich ja schon im Blog und auch erst in der letzten Sendung ausführlich vorgestellt, mit der Erweiterung Nachbarschaftshilfe. Porta Nigra hatte ich wieder nicht auf den Tisch bekommen und wird wohl erst nach Essen kommen. Und schließlich war die Robinson Crusoe Schatzkiste auch nicht für so einen Tag geeignet. Viele weitere die noch zum Spielen da waren würden den Rahmen hier sprengen, aber ich verwiese gern nochmal auf die Kollegen.

Insgesamt haben wir hier ein schönes Line-Up. Und als Beitragsbild habe ich ein Getränk, das es vor Ort gab gewählt. Pegasus ist sehr lokal verbunden. Deswegen haben sie auch in erster Linie nur Getränke aus der Gegend angeboten. Wie ihr sehr habe ich dann doch noch ein Bild gemacht. Halt nur nicht von den Spielen.

Und nächste Woche werfen wir einen Blick auf Kosmos.

2 Gedanken zu „Wenn einer ein Presse-Event besucht – Pegasus Spiele

  1. Du behauptest doch nur der Auftrag “alle 5 Schiffsfarben besiegen” bei Port Royal wäre so schwer, weil du ihn beide Male nicht geschafft hast 🙂 Eigentlich können wir das aber nicht auf uns sitzen lassen. Ein Tisch voller Brettspiel”Veteranen” und wir gehen so kläglich unter.
    Wird Zeit dass die Erweiterung erscheint. Dann gibt’s eine Revanche.

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